Ein besonderer Ort des kulturellen Aufeinandertreffens

Vom 15. Februar bis zum 23. Februar ist der Choralchor der St.-Johannis-Kantorei nach Taizé gefahren. Neben besonderen Erfahrungen mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern, etwas spartanischem Essen und langen Busfahrten, hatten wir ein wunderschönes Konzert in der Kirche von Taizé.

Taizé ist eigentlich ein kleiner, unscheinbarer Ort im östlichen Frankreich, doch bildet dieser Ort einen Magnet für hunderttausende Jugendliche jedes Jahr, die aus allen Ecken der Welt dorthin strömen. Es ist ein im Krieg von Frère Roger gegründetes Kloster, das in den 60er Jahren zu dem Pilgerort christlicher Jugendliche schlechthin geworden ist. Unsere erste Erfahrung in Taizé bestand aus einem etwas chaotischen Empfang, der mit einer Dose aufgewärmter Ravioli als Abendessen gekrönt wurde. Nach dem ersten Schock lebten wir uns jedoch schnell in den strikten Tagesablauf ein, der aus Bibelstunden, gemeinnütziger Arbeit und drei Gebets- und Essenszeiten bestand ein. Besonders prägend waren für uns vor allem die vielen verschiedenen Menschen, die wir trafen und die für uns ungewöhnliche Begebenheit, dreimal am Tag in der Kirche von Taizé zu beten. Diese Gebete waren etwas Besonderes, was nicht nur am gemeinsamen Sitzen auf den Teppichen und den eingängigen Taizé-Gesängen lag, sondern auch an einer Zeit der Stille, in der man seine eigenen Gedanken auf einmal ganz laut hörte.  In unseren Bibelstunden haben wir uns mit Jugendlichen aus Frankreich und den USA über verschiedene Bibeltexte ausgetauscht und auch andere interessante Gespräche geführt. Es war eine tolle Erfahrung, innerhalb einer Woche mit Jugendlichen aus einem fremden Land Freundschaften zu knüpfen.

blankDer krönende Höhepunkt unserer Reise war unser Konzert am Mittwochabend. Dort waren neben den vielen Jugendlichen auch einige Brüder der Communauté. Es war eine einzigartige Erfahrung, an einem solchen Ort aufzutreten und es war umso schöner zu sehen, dass unsere Musik so gut ankam und wir sogar noch eine Zugabe singen mussten. Die Rückfahrt am Samstag traten wir also schweren Herzens an. Die Reise nach Taizé war ein Erlebnis, das besonders mit der Chorgemeinschaft zu einem sehr eindrücklichen wurde. Die lange Busfahrt und das einfache Essen haben sich durch die Eindrücke durch die Gesänge und Gebete und durch die Herzlichkeit und Offenheit der anderen Jugendlichen definitiv bezahlt gemacht.

Camilla und Dominik Jeremias